Lacrimosa Biographie Biographie

Lacrimosa (lat., „die Tränenreiche“) ist der Name eines Musikprojekts, gegründet 1990 vom Wahlschweizer Tilo Wolff.

1990 erschien das erste Demotape Clamor (lat. „Geschrei“). Da Tilo Wolff damit keine Plattenfirma überzeugen konnte, gründete er mit Hall of Sermon sein eigenes Plattenlabel und nahm unter dem Namen Lacrimosa die erste LP Angst auf. Seither ziert als Band-Logo ein Harlekin die Album-Cover.
Seit 1994 gehört auch die Finnin Anne Nurmi, Keyboarderin und Sängerin der finnischen Gothic-Rock-Band Two Witches, als festes Mitglied zu Lacrimosa und steuert seitdem auch eigene Lieder in finnischer und englischer Sprache bei.
Lacrimosas größter Charterfolg war die Single Stolzes Herz, die Platz 9 der deutschsprachigen Singlecharts erreichte. Das 1999er Album Elodia erreichte Platz 12 in den Deutschen Charts.
Zur selben Zeit arbeitet Tilo Wolff mit der Thrash-Metal-Band Kreator zusammen und steuert den Gesang für das Lied Endorama auf dem gleichnamigen Album bei.
Mit ihrer Single Der Morgen danach war Lacrimosa vier Wochen lang in den offiziellen Singlecharts in Deutschland, die höchste Platzierung betrug 51.
Am 7. Mai 2010 veröffentlichten Lacrimosa anlässlich des 20-jährigen Bestehens ein Doppelalbum namens Schattenspiel, welches 18 bis dato unveröffentlichte Titel aus der Bandgeschichte beinhaltet.
Lacrimosa geben ausverkaufte Tourneen in Europa, Mittel- und Südamerika und arbeiteten für ihre Alben mit verschiedenen namhaften Orchestern zusammen, zum Beispiel dem London Symphony Orchestra (Elodia) und dem Deutschen Filmorchester Babelsberg (Fassade/Echos).

Der Name leitet sich von der letzten Strophe der liturgischen Sequenz Dies irae aus dem 12. Jahrhundert ab, einem Bestandteil des Requiems. Dort heißt es: „Lacrimosa dies illa“, zu deutsch: „Tränenreich ist jener Tag“ (lat. lacrima, „Träne“; lacrimosus, „tränenreich“). Die bekannteste Vertonung dieses Textes findet man in Mozarts letztem Werk, dem Requiem (KV 626).

Der Musikstil von Lacrimosa ist nicht in einer Kategorie zusammenzufassen, da die Band insbesondere seit Satura immer wieder mit neuen Elementen experimentierte.
Clamor war das erste Demo-Tape von Lacrimosa, welches ursprünglich mehrere Titel aufwies, jedoch konnten aus Mangel an finanziellen Mitteln nur relativ kurze Tapes gekauft werden. Auf dem Tape, von dem 100 Stück produziert wurden, befinden sich lediglich zwei Titel (die Demoversionen zu Seele in Not und Requiem). Bei der Demoversion von Seele in Not unterscheidet sich lediglich eine kurze Melodie am Anfang des Stückes von der späteren Album-Version.
Im Debütalbum Angst sind minimalistische elektronische Klänge das bevorzugte Gestaltungsmittel von Tilo Wolff. Auch auf den Nachfolgealben Einsamkeit und Satura sind derartige Elemente noch vereinzelt zu erkennen (z. B. in Tränen der Sehnsucht, Part I und II).
Diese Frühwerke von Lacrimosa werden auch der Neuen Deutschen Todeskunst zugerechnet, allerdings distanziert sich Tilo Wolff hiervon, da er sich bzw. seine Musik in diesem Begriff nicht wiederfindet.
Nachdem bereits auf Satura rockige und metal-lastige E-Gitarrenstücke zu hören waren, entwickelten Lacrimosa ihren Musikstil auch auf dem vierten Album Inferno beständig weiter. Neben den englischen bzw. finnischen Texten, die durch die Anne Nurmi vorgetragen werden, finden sich auf Inferno auch klassische Elemente.
Das nächste Album Stille enthält den Top-10-Titel Stolzes Herz sowie eine etwa viertelstündige, wiederum stark klassikhaltige Nummer mit dem Titel Die Straße der Zeit. Dieses Lied beinhaltet ausgedehnte Chorpassagen, detaillierte Orchesterarrangements und ein längeres Gitarrensolo.
Elodia gehört zu den erfolgreichsten Alben von Lacrimosa. Der erste Titel - Am Ende der Stille - zitiert ein Motiv aus dem Schlusstitel des Vorgängeralbums. Durch diesen Kunstgriff erreicht Tilo Wolff beinahe eine zyklische Verknüpfung der Alben. Der Sanctus verwendet den vollständigen Text aus dem liturgischen Ordinarium Missae, welcher vom Chor vorgetragen wird. Hier verschwimmen die Grenzen zwischen Klassik und Metal.
Fassade ist ein Konzeptalbum, das auf drei Pfeilern ruht. Die beiden Ecknummern Fassade (1. bzw. 3. Satz) sind musikalisch eng miteinander verwandt. Fassade (2. Satz) bildet im Gegensatz dazu einen Ruhepol in der Mitte des Albums. Erwähnenswert ist auch die Nummer Stumme Worte, auf der Tilos Gesang nur vom Klavier und einem Streichquartett begleitet wird.
Echos beginnt mit dem rein klassischen Stück Kyrie, wiederum aus dem Ordinarium Missae übernommen, für Chor und Orchester. Sowohl die Stimmen von Tilo und Anne, als auch Gitarren etc. schweigen hier. Lediglich die Rockmerkmale sind enthalten, wenn auch keine klassischen modernen Instrumente enthalten sind.
In Lichtgestalt vertont Tilo Wolff einen Bibeltext: Das Hohelied der Liebe aus dem 1. Brief des Paulus an die Korinther. Hier sind Chor und Orchester wieder sehr präsent.
"Sehnsucht" vertont unter anderem ein Erlebnis in Krasnodar: I Lost My Star In Krasnodar. In der russischen Version singt Tilo Wolff in dem Lied einen russischen Satz.
"Revolution" vertont die Hoffnungslosigkeit, wenn ein Mensch das Leben eines anderes zerstört. Das Album beinhaltet relativ rohe thrashige Elemente und beinhaltet zudem eine Symphonie (Rote Symphonie). Auf dem Album spielen unter anderem Mille Petrozza von der Band Kreator und Stefan Schwarzmann von Accept als Gastmusiker mit.
Tilos Stimme schwankt von anklagend-verzweifeltem bis hin zu fanatisch-schreiendem Ton. Sie wird unterstützt von Annes Stimme und den Chören.
Quelle: wikipedia.org
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