Hans Söllner Biographie Biographie

Hans Söllner ist ein deutscher Liedermacher. Musikalisch bekannt ist er durch seine bissigen Lieder, die er allein mit der Gitarre und Mundharmonika vorträgt. Daneben spielt er auch „bayrischen Reggae“ mit seinen Bands. Er ist ein Vertreter der Neuen Volksmusik.
Söllner schreibt gesellschafts- und systemkritische Texte in bairischem Dialekt und tritt für die Legalisierung von Marihuana ein. Der Sänger sah sich in Bayern wegen des Besitzes von Betäubungsmitteln bereits mehreren Ermittlungsverfahren ausgesetzt, die jedoch zu keiner Verurteilung führten.

Beim Sinnflut-Festival in Erding, 2004
Hans Söllner wurde an Heiligabend 1955 als Sohn von Johann und Therese Söllner in Bad Reichenhall geboren. Mit drei Jahren kam er in den katholischen Kindergarten in Bad Reichenhall, St. Zeno. Von 1961 bis 1970 besuchte Söllner die Hauptschule Bad Reichenhall. Von seinem zehnten bis 14. Lebensjahr war er Mitglied im Trachtenverein Marzoll und musste diesen schließlich wegen seiner langen Haare verlassen. Mit 15 Jahren begann er eine Lehre als Koch und schloss diese nach drei Jahren erfolgreich ab. Darauf folgte ein Jahr Arbeitslosigkeit, bis er in Füssen seinen Wehrdienst antreten musste. Nach drei Monaten Grundausbildung wechselte Söllner jedoch zum Zivildienst nach Weilheim, den er nach 16 Monaten beendete.
Zwischen dem 15. und 18. Lebensjahr brachte sich Söllner selbst das Gitarre-Spielen bei. Anschließend zog er nach München und war dort weitere zwei Jahre arbeitslos. In dieser Zeit schrieb er sein erstes Lied Endlich eine Arbeit. Danach absolvierte er eine Lehre als Kfz-Mechaniker, welche er ebenfalls erfolgreich abschloss. Während der Berufsschulzeit seiner zweiten Lehre komponierte er alle Titel für seine Debüt-LP. Nachdem er Jahre damit verbracht hatte, auf einer geschenkten Gitarre vier Griffe zu erlernen, begann er nach eigenen Angaben zu seinem mittelmäßigen Gitarrenspiel genauso mittelmäßig zu singen.

Seinen ersten Auftritt hatte Söllner 1979 in der damaligen Münchner Kleinkunstbühne Robinson. Es dauerte allerdings weitere drei Jahre, bis er bei einem Sängerwettstreit in Traunstein den ersten Preis gewann und dadurch bei dem Independent Label PPM (Powerplay Music Records) sein erstes Album Endlich eine Arbeit (1983) veröffentlichen konnte. Bei PPM veröffentlichte Söllner auch die Alben Für Marianne und Ludwig (1986) und Wos reimt se scho auf Nicki (1987).
1988 verließ Söllner PPM, um bei dem Münchner Independent Label Trikont unter Vertrag genommen zu werden. Sein erstes Album bei Trikont war Hey Staat!, welches bis heute eines seiner erfolgreichsten Alben ist. Etwa zur gleichen Zeit trat Söllner an den Münchner Gitarristen Peter Schneider heran, um eine Reggae Band mit bayrischen Texten zu gründen. Im Sommer 1989 nahmen sie das Studioalbum Bayerman Vibration auf. Als das Album im Februar 1990 auf Schneiders Label United Sounds erschien, wurde es zu einem großen Erfolg und es dauerte nicht lange bis die Veranstalter des berühmten Reggae Sunsplash Festivals Söllner und die Band Bayerman Vibration für Auftritte engagieren wollten.
Seine oftmals staats- und gesellschaftskritischen Texte machten Söllner schon früh polizeibekannt. Besonders stark verschlechterte sich sein Verhältnis zum Rechtsstaat jedoch nach seinem ersten Jamaika-Urlaub im Jahr 1986. Seit seinem Aufenthalt in der Heimat des Reggae hatte er sich nämlich auch dem Kampf um die Legalisierung von Marihuana verschrieben.

Nach dem Erfolg von Bayerman Vibration tourte Söllner zwischen 1990 und 1995 mit seiner Band regelmäßig durch Deutschland und Österreich. 1991 erschien das Album Live!, welches heute jedoch nicht mehr aufgelegt wird und daher zu einer Rarität geworden ist. 1992 veröffentlichte Söllner das Album Der Charlie, welches neben Hey Staat! wohl sein erfolgreichstes Album überhaupt ist.
Im August 1993 trat Söllner aus der römisch-katholischen Kirche aus. Er entschied sich, zu den Rastafari (einer jamaikanischen Glaubensrichtung) zu wechseln. Zu diesem Zeitpunkt nahm er sich vor, Vegetarier und bedingungsloser Pazifist zu werden. 1995 veröffentlichte Söllner das Album Grea Göib Roud, ein Studioalbum, welches einem verstorbenen Freund gewidmet ist. 1997 erschien mit a jeda ein weiteres Studioalbum, welches ebenfalls sehr erfolgreich war. 1998 veröffentlichte Trikont Söllners erste drei Alben Endlich eine Arbeit, Für Marianne und Ludwig und Wos reimt se scho auf Nicki neu, da diese nach dem Erlöschen seines alten Labels PPM nicht mehr erhältlich waren. Diese Alben erschienen nun in klanglich überarbeiteten Neuauflagen und sind seitdem bei Trikont wieder erhältlich.

Im Jahr 2000 veröffentlichte Söllner das Album 241255, welches Live-Mitschnitte aus den letzten Jahren enthielt. 2001 veröffentlichte Söllner dann das Live Album Babylon, das erste mit seiner neuen Begleitband Bayaman`Sissdem. Nach mehreren Mitgliederwechseln besteht die Band seit 2009 aus Manfred Puchner, Gitarre; Clemens Pichler, Bass; Peter Pichler, Akkordeon; Stephan Hofer, Schlagzeug, Stefan Zepf, Keyboard und Orgel und Stefan Brodte, Percussion.
Im Jahr 2004 veröffentlichte Söllner sein erstes, selbstgeschriebenes Buch Bloß a Gschicht und das mit Bayaman`Sissdem aufgenommenene Studioalbum Oiwei I. 2005 erschien das Album Im Regen, welches bei seinem Benefizkonzert am 30. Juli 2005 in Bad Reichenhall aufgenommen wurde. 2007 veröffentlichte Söllner das Studioalbum Viet Nam, ebenfalls mit Bayaman`Sissdem eingespielt.
Da sich die Stadt Bad Reichenhall über einen Bürgerentscheid (das Gelände der Eislaufhalle Bad Reichenhall betreffend) hinweg gesetzt hatte und um der Opfer des Einsturzes jener Sportstätte zu gedenken, veranstaltete Söllner vom 16. Januar bis zum 10. Februar 2009 eine Sitzblockade auf dem Gelände der eingestürzten Eishalle. Bereits kurz nach dem Unglück hatte Söllner zugunsten der Angehörigen der Opfer im Frühjahr 2006 ein Benefizkonzert in Bad Reichenhall gegeben.
Beim TFF.Rudolstadt, einem der bedeutendsten und größten Folkfestivals Europas, wurde 2009 an Hans Söllner der deutsche Weltmusikpreis Ruth vergeben. Die Jury würdigte damit "einen dichtenden und singenden Anarchen der deutschen Musikszene, der zutiefst im bayerischen Sprach- und Lebensraum beheimatet ist."
Am 18. November 2011 veröffentlichte Söllner das Album Mei Zuastand welches viele Songs aus seiner gesamten Karriere beinhaltet, die er zusammen mit Bayaman`Sissdem neu eingespielt hat. Im März 2012 erschien sein vierter Film Söllner Wirtshaustour, der ihn bei seinen Konzerten in den Wirtshäusern Bayerns im Herbst 2011 begleitet. Am 26. Oktober 2012 erschien das Album SoSoSo, das bis dahin unveröffentlichte Titel mit und ohne Band enthält. Am 22. November 2013 erschien das Album "Zuastand 2" mit alten Songs, welche Söllner wie schon bei dem 2011 erschienenen Album "Mei Zuastand" mit seiner Band neu einspielte.
Quelle: wikipedia.org
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