Knorkator Biographie Biographie

Knorkator ist eine Rockband aus Berlin. Sie bezeichnet sich selbst als Deutschlands meiste Band der Welt. Der Bandname wurde durch Personifizierung des Begriffs knorke abgeleitet.
Der Sänger Gero Ivers, Künstlername „Stumpen“, schloss nach kurzzeitigem Violinen- und Klavierunterricht eine klassische Gesangsausbildung ab. Nach der Ausbildung an einer Musikschule in Berlin-Köpenick wurde er durch die Staatsoper Unter den Linden engagiert und sang unter Leitung des Dirigenten Hans Pischner. Stumpens Begabung, extrem hoch zu singen, wurde später zufällig von Alf Ator entdeckt, wie Stumpen in einem Interview auf der DVD „Weg nach unten“ verriet. Ator, der spätere Mitgründer der Gruppe, schloss ebenfalls eine klassische Gesangsausbildung am Schweriner Konservatorium, der „Musikschule Johann Wilhelm Hertel“, ab.
Knorkators Liedtexte verbinden häufig Vulgarität mit Satire und humoristischen Elementen. Die Musik klingt durch teilweise harte Rhythmen oder pathetische Melodien ernsthaft, während die Texte andererseits absurd sind. Dadurch entsteht ein Kontrast zwischen Text und Musik.

Knorkator wurden durch Alf Ator und Stumpen 1994 in Berlin gegründet. Beide hatten Ende der 1980er Jahre schon einmal in der Band Funkreich zusammen gespielt, trennten sich damals aber wieder aus Gründen musikalischer Differenzen. Erst als Stumpen Anfang der 1990er Jahre mit seiner Band Beulshausen begann, seinen charakteristischen Musikstil salonfähig zu machen, boten sich Ator als Textschreiber und J. Kirk Thiele als Gitarrist an. Nach der Produktion ihrer ersten gemeinsamen EP A entschied sich Thiele im Jahr 1996, zur Band Halmakenreuther zu wechseln.
Um als Vorgruppe bei Rio Reisers letzter Tournee auftreten zu können, wurde Buzz Dee verpflichtet, der vorher schon in Bands wie Monokel, De Buff Dicks, Keks, Lanz Bulldog, XL Baur und MCB mitgewirkt hatte. Schließlich wurde Knorkator durch Die Ärzte-Mitglied Rodrigo González entdeckt. Nach einem Auftritt wurde die Band 1997 in Berlin bei Rodrec unter Vertrag genommen und ihr erstes Album, The Schlechtst of Knorkator, produziert. Knorkator gewann bei etlichen Berliner und Brandenburger Nachwuchswettbewerben und insbesondere in der Metal-Szene wurden sie mit dem Titel Böse bekannt.
Nach Unterzeichnung bei der Firma Mercury Records im Jahr 2000 veröffentlichte die Band zwei Studioalben – Hasenchartbreaker und A Tribute to uns selbst. Für die Tour zu diesen Alben wurde mit Chrisch Chrasch erstmals ein Schlagzeuger beschäftigt. Zuvor war Chrasch schon mit Stumpen am Projekt Beulshausen sowie mit Buzz Dee an der Gruppe De Buffdicks beteiligt. Deutschlandweite Bekanntheit erlangte die Band, als sie im Jahre 2000 mit dem Lied Ick wer zun Schwein an der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest teilnahm. Die Bildzeitung kommentierte am Tag darauf: „Wer ließ diese Irren ins Fernsehen?“
In der Folgezeit probierte sich Knorkator in anderen Bereichen aus. 2002 erschien das Buch Des Wurzels Zweig, auf welches eine ausgedehnte Lesetour folgte. Danach wurde das Projekt Highmudleader gegründet, wobei Stumpen, Ator und Buzz Dee unter eigens gegründetem Label Tubareckorz ein Album mit schräger Volksmusik herausbrachten. Ein halbes Jahr lang produzierten sie beim Berliner Radiosender Fritz eine wöchentliche Sendung namens Der Kommunikator, in der die Deutsche Sprache im Mittelpunkt stand. Stumpen begann eine monatliche Lese- und Filmveranstaltung ins Leben zu rufen, mit der er bis heute unter dem Namen Stumpen liest immer alles, singt vielleicht, trinkt bestimmt und Buzz Dee wird benutzt gelegentlich auftritt.
2003 erschien das Album Ich hasse Musik als Kooperation zwischen den Firmen Vielklang und Sanctuary Records. Für die anschließende Tour fand ein erneuter Personalwechsel statt. Chrisch Chrasch wurde ausgewechselt gegen Nick Aragua, ehemals Die Skeptiker, am Schlagzeug. Bassist Tim Buktu, ehemals Depressive Age, trat ebenfalls der Band bei. 2004 wurde das zweite Buch Am Anfang war das Am durch den Eulenspiegel-Verlag veröffentlicht. Zur Feier des elfjährigen Bestehens der Band im Jahr 2005 erschien bei Nuclear Blast die DVD Zu alt mit gesammelten Videoclips, einem Konzertteil und einer Dokumentation über den Werdegang von Knorkator. 2007 erschien das sechste Studioalbum, Das nächste Album aller Zeiten (Nuclear Blast).
2008 kündigte die Band mit dem Album Weg nach unten (Tubareckorz) eine mindestens zwei Jahre dauernde Bandpause an.
Alf Ator veröffentlichte 2009 das Buch Die satanischen Achillesferse (Eulenspiegel Verlag) und war 2010 mit seinem Ein-Mann-Theaterstück und Das noch neuere Testament (Tipps und Tricks, um so zu werden wie ALF ATOR) deutschlandweit auf Tour.
Am 2. November 2010 gab Sänger Stumpen auf seinem Blog bekannt, dass Knorkator 2011 wieder zurück seien und mit „Aufhören aufhören“ würden. Das erste Konzert seit der Bandauflösung 2008 fand am 8. April 2011 in München statt, bereits am nächsten Tag folgte das zweite Konzert in Stuttgart. Weitere acht Konzerte folgten. Das Motto dieser Tour lautete 77, die Konzerte dauerten jeweils exakt 77 Minuten, welches durch eine herunterlaufende Leuchtanzeige während des Konzerts verdeutlicht wurde.
Nach Veröffentlichung ihres bisher erfolgreichsten Albums Es werde Nicht und Absolvierung der damit verbundener Hallentour Ü77 gab es erneut einen Wechsel am Schlagzeug. Nicolaj Gogow ging zur Band Pothead und deren Trommler Sebastian Meyer stieg bei Knorkator ein.
Für den 17. Januar 2014 ist die Veröffentlichung des Albums „We Want Mohr“ geplant . Die anlässlich des Albums im Frühjahr 2014 stattfindende Tour wird mit einem Plakat beworben, das die fünf (weißen) Mitglieder der Band in einem Kochtopf auf einem Feuer zeigt, auf den die Aufmerksamkeit einer schwarzen Person mit Knochen in den Haaren und Messer in der Hand, die neben dem Topf steht, gerichtet ist. Es handelt sich dabei um eine Nachstellung einer Szene aus dem Kinderbuch Struwwelpeter. Das Plakat führte zu einer Empörungswelle in der antirassistischen Blogosphäre und wird in einer Stellungnahme der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland als „rassistisch“, „unreflektiert“ und „degradierend“ bezeichnet. In Reaktion darauf zeigt sich Sänger Gero Ivers „erschrocken und enttäuscht“ und argumentiert, das „Motiv [sei] missverstanden“ und „nicht im Kontext gesehen“ worden.
Quelle: wikipedia.org
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